Berlin bleibt auf Platz 1 als Standort für Startups

Groß war die Freude in Nordrhein-Westfalen als der Deutsche Startup Monitor 2018 veröffentlicht wurde, demzufolge Berlin als Standort für Startups in Deutschland vom Spitzenplatz verdrängt wurde. NRW kommt in dem Ranking auf Platz 1. Year!

Startup-Szene in NRW fühlt Bestätigung

Die aktuellen Zahlen des Startup Monitor 2018 wurden von vielen Medien so wiedergegeben und von vielen Mitstreitern aus der Startup Szene in Nordrhein-Westfalen mit großer Freude gefeiert und entsprechend oft in den Sozialen Medien geteilt. Viele hoffen, dass es endlich aufwärts geht mit der Startup-Szene in NRW. Einige fühlen sich vermutlich für ihren Einsatz und ihr Engagement für die Startup-Szene in den letzten Jahren belohnt.

Yes! Der Strukturwandel gelingt, es geht aufwärts in Nordrhein-Westfalen.“ & „Das NRWValley lebt.“ So die Deutung.

Startup Monitor 2018 ist eine lesenswerte Studie

Der Monitor liefert auch viele Erkenntnisse zum Arbeitseinsatz, zur Arbeitszufriedenheit und zur Geschlechterverteilung. Er ist lesenswert! Und das Ergebnis, dass mehr als 90 % der Gründer und Gründerinnen mit ihrer Situation sehr zufrieden sind, motiviert vielleicht den ein oder anderen sein Gründungsvorhaben umzusetzen.

Als jemand der auxmoney, den in Düsseldorf angesiedelten und inzwischen größten Internet-Kreditmarktplatz Europas, mit aufgebaut hat und der seit 2011 in der Startup Szene aktiv ist, freue ich mich natürlich sehr über die Information, dass NRW „der Nr. 1 Standort für Startups” ist. Jetzt kommt aber dieses doofe und offensichtliche „aber“:

Wir müssen die Zahlen nüchtern betrachten

Um ein ehrliches Bild zu bekommen, müssen wir die Zahl der Startups in den Bundesländern ins Verhältnis zur Bevölkerungszahl setzen. Der Autor der Studie, Prof. Tobias Kollmann hat bereits klargestellt, dass der Deutsche Startup Monitor 2018 mehrfach felhinterpretiert wurde.

Tweet Kollmann deuter Startup Monitor 2018

Ebenso hier

Ich habe die Diskusssion mal zum Anlass genommen und ein Ranking auf Basis der (mir vorliegenden) Zahlen, aber unter Einbezug der Einwohnerzahlen, erstellt. Auch wenn die Datenbasis wackelig ist, wird die aktuelle Situation recht deutlich: An der Spitze bleibt – sogar mit großem Abstand – Berlin. Gefolgt von Hamburg und Bremen. In den Städten ist augenscheinlich mehr Aktivität, als in den Flächenländern.

Berlin bleibt Nr. 1

Neue Verteilung- Deutsche Startup Monitor 2018

Bei dieser Betrachtung kommt (mein geliebtes) Nordrhein-Westfalen auf den 13. Platz. Die Plätze dahinter belegen Rheinland-Pfalz und Bayern. Die rote Laterne geht an Hessen. Oh je liebe Hessen!

Weitere Daten geben Grund zur Sorge

Eine weitere Zahlenfolge, die im Deutsche Startup Monitor 2018 veröffentlicht wird, nicht nur den Hessen Grund zur Sorge und wird von Florian Nöll, Vorsitzender des Bundesverbands Deutsche Startups, sehr treffend mit einem Wort beschrieben: „alarmierend“. Auf Seite 17 des Berichts ist die Entwicklung des allgemeinen Gründungsgeschehens und die Gründerquoten in Deutschland von 2000 bis 2017 zu sehen. Die Gründungsquote, egal ob im Nebenerwerb oder im Vollerwerb, ist durchgehend rückgängig und rutscht im Jahr 2017 mit 1,1% auf den bislang absoluten Tiefpunkt. Autsch!

Allgemeinses Gründungsgeschehen Deutschland bis 2018

Was bedeutet das jetzt für NRW?

Ja, wir können uns sehr freuen, dass der Anteil der Startups in NRW gestiegen ist! In Nordrhein Westfalen entsteht punktuell an mehreren Hot-Spots wie der Rheinschiene Düsseldorf, Köln, Bonn, dem Ruhrgebiet, OWL, oder in der Nähe der RWTH Aachen eine Startup-Kultur mit vielen kreativen Köpfen, Machern und Ideen. Die Mehrzahl der Startups in NRW sind in diesen Orten entstanden, weil dort gründungsfreundliche Ökosysteme entstehen. Die von Digitalen Wirtschaft ins Leben gerufenen DigitalHubs hinterlassen sehr positive und deutlich ssichtbare Spuren. Leider haben wir in NRW viele Regionen und Städte, die man als “Startup-Wüsten” bezeichnen muss. Für die Zukunft unseres Landes ist das fatal. Zum einen, weil die Startups von heute das wirtschaftliche Rückgrat und die Arbeitgeber von morgen sind und zum anderen weil so dem derzeitigen Mittelstand in diesen “Wüsten” vielleicht die nötigen und wichtigen Impulse fehlen, um in der neuen Epoche, die wir derzeit betreten, langfristig erfolgreich zu sein.

„In NRW haben wir zu viele Startup-Wüsten.“

Deshalb müssen wir in allen Bereichen – Politik, Wirtschaft und Bildung – noch viel mehr tun, um den Strukturwandel zu schaffen. Wir brauchen viel mehr Gründungen und Startups.

Mittelstand ist gezwungen zu handeln

Liebe Verantwortliche im Mittelstand, bitte, bitte wacht auf! Digitalisierung ist nicht mit einer neuen IT-Infrastruktur abgeschlossen. Der Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft hat gerade erst begonnen und erfasst alle Bereiche. Fast jeder nutzt für den Privatgebrauch regelmäßig z.B. Amazon. Sich aber damit zu beschäftigen, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf das eigene Geschäftsfeld hat und welche Plattform sich im eigenen Bereich gerade zum Platzhirsch entwickelt – dafür fehlt oft Bereitschaft oder die Zeit. Und sei es “nur”, weil die aktuellen Aufträge ja noch abgearbeitet werden müssen.

Zu wenigen ist bewusst, dass die meisten Branchen ihren disruptiven Wandel noch vor sich und sollten sich besser heute als morgen darauf vorbereiten. Unternehmen ohne eine Digitalstrategie und geplanten Anpassungen in Führung, Kultur und Arbeitsorganisation haben mittelfristig praktisch keine Überlebenschance.

Einfach, weil sie nicht die passenden Produkte und Dienstleistungen anbieten und zudem nicht attraktiv genug für die nötigen Mitarbeiter sein werden.

netSTART-Academy – Bildungsangebot für das Digitale Zeitalter

Einer der hier auf Bildungsseite gegensteuert, ist Prof. Dr. Tobias Kollmann von der Universität Duisburg-Essen (der mit seinem Autorenteam der eigentliche Macher der Studie ist). Mit seiner netSTART-Aacademy hat Kollmann ein erfolgreiches Aus- und Weiterbildungssystem für das Digitale Zeitalter aufgebaut. Aus gutem Grund, denn er macht in der Studie deutlich: „Der Mangel an Fachkräften wird nicht nur die großen Unternehmen treffen, sondern auch zunehmend zum Stolperstein für unsere Startups werden.“

Wir brauchen mehr

Nur gemeinsam werden wir den beginnenden Strukturwandel erfolgreich meistern. Dazu brauchen wir im ganzen Land mehr Accelatoren und Inkubatoren oder unternehmerische Initiativen wie die Founders Foundation, die „die nächste Unternehmensgeneration ausbildet“ oder die Initiative des Versicherers Axa, die mit Die Startmannschaft ein kostenloses Mentorenprogramm für Gründer nach dem „Give-Give-Get-Prinzip“ gestartet hat. Bitte mehr davon!

In der Politik brauchen wir schnellere Entscheidungen und schnellere Umsetzung solcher. Und wir brauchen mehr Ehrlichkeit. Wenn Dorothee Bär, unsere Staatsministerin für Digitalisierung, sich in ihrem Grußwort zum Startup Monitor 2018 über die „rasant steigende Zahl von Startups“ freut ohne auf die dramatisch fallenden Gründungen einzugehen, ist das nutzlose politische Schönfärberei, die uns nicht vorwärts bringt (ja natürlich muss man zwischen “Gründungen” und “Startups” unterscheiden).

Wird es wie im Fußball sein?

Noch hat Deutschland wirtschaftlich einen internationalen Spitzenplatz. Aber viele Entwicklungen in unserem Land erinnern an die Deutsche Fußball Nationalmannschaft vor der WM in Russland. Platz 1 in der Fifa-Weltrangliste und Weltmeister – bis dann mit dem Vorrundenaus die Ernüchterung kam.

Es gibt viele Baustellen, die wir gemeinsam anpacken müssen. Auf geht´s!

Über den Autor

Peter Godulla
Peter Godulla
„Ich will meinen Teil dazu beitragen, Menschen zu ermächtigen sich ihrer individuellen Stärken bewusst zu werden, die Chancen des digitalen Wandels zu nutzen und nachhaltig von ihm zu profitieren.“

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By |2018-11-06T17:30:09+00:00Oktober 30th, 2018|